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Pflege und Betreuung von MS-Kranken:
Seit je her bietet unser Haus einen Pflegewohnbereich für an Multipler Sklerose erkrankten Menschen. Dieser Bereich verfügt über 20 Einzelzimmer mit eigenem Bad. Die individuelle, persönliche Einrichtung der Zimmer mit eigenen Möbeln und privaten Gegenständen ist nicht nur möglich, sondern auch erwünscht, um den Menschen ein höchstmögliches Maß an Privatheit und Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Außerdem gewähren die Erdgeschosslage, verbreiterte Türen, und Automatikaußentüren ein selbstständiges Kommen und Gehen.Weiterhin sind in der Einrichtung ein Gymnastikraum mit bewegungsunterstützenden Geräten sowie ein Bewegungsbad vorhanden, um ein möglichst kontinuierliches krankengymnastisches Bewegungsprogramm zu bieten.
Grundidee des MS-Bereiches ist neben der fachspezifischen pflegerischen Versorgung der Charakter des "Wohnens".
Um den komplexen fachpflegerischen und betreuenden Aufgaben gerecht zu werden, richten wir uns nach folgenden Leitsätzen:
- dem Lebensalter angepasste Pflege und Betreuung unter Berücksichtigung der individuellen Wünsche und Bedürfnisse
- Eigenkompetenz anerkennen und fördern
krankheitsbezogene psychische und medizinische Beratung der Bewohner und deren Angehörigen und Betreuern
- Fachkompetenz in der Versorgung und eine hohe Sensibilität gegenüber psychischen Befindlichkeiten
- Zusammenarbeit, sowie Sicherung und Unterstützung von Außenkontakten mit MS-Gruppen, Schmerztherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Haus -und Fachärzten, neurologischen Fachkliniken, Palliativstationen und den Krankenkassen.
In der täglichen Arbeit bedeutet die Umsetzung der Leitsätze eine an den Bewohnerbedürfnissen orientierte Arbeitsweise und Kommunikation, sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Der individuelle Tagesrhythmus mit unterschiedlichen Aufsteh- und Zubettgehzeiten, der erhöhte Gesprächsbedarf zur Bewältigung der eigenen Lebenssituation (häufig auch nachts) bestimmen neben krankheitsbedingter oft zwanghafter Durchsetzung von Selbstbestimmung den Pflegeprozess. Umfeld und Milieugestaltung sind für das alIgemeine Wohlbefinden sehr wichtig. Für die Pflegenden bedeutet das, den Pflegeprozess in das (fast) private individuelle Umfeld zu integrieren und die persönlichen wohnlichen Standards der Bewohner täglich neu zu gewährleisten.
Weiterhin ist die Aufrechterhaltung von Außenkontakten sehr wichtig. Gemeinsame Einkäufe, Transfer und Begleitung zu Ärzten, Selbsthilfegruppen und Angehörigen. Ausflüge und kulturelle Veranstaltungen in der Gemeinde dienen ebenfalls diesem Ziel. Für diese Außenkontakte steht ein behindertengerechtes Fahrzeug zur Verfügung. Um die sozialen Bindungen der Bewohner aufrechtzuerhalten und zu fördern, gibt es einen engen, regelmäßigen Kontakt zu den Angehörigen, Betreuern und Ehrenamtlichen. Ebenso ist die Zusammenarbeite mit palliativen und psychiatrischen Ambulanzen eine wichtige Ergänzung der alltäglichen Arbeit.
Die Umsetzung der theoretischen und praktischen Ziele trägt spürbar zur Bewohnerzufriedenheit bei, erhält so lange wie möglich Alltagskompetenz und Selbstbestimmung unserer Bewohner und fördert die Integration innerhalb und außerhalb unserer Einrichtung.
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