Unser Menschenbild

Unsere Wahrnehmung des Menschen und das Verständnis für unsere Mitmenschen sind eine wichtige Grundlage unseres Handelns. Es ist das Herzstück unseres Leitbildes und wird von unseren Mitarbeitern täglich gelebt.

Individualität und Würde

Jeder Mensch hat eine ihm eigene Würde. In dieser Menschenwürde sind alle Menschen gleich und unantastbar. Die für den Reichsbund freier Schwestern e.V. tätigen Personen achten den Menschen und nehmen ihn so wie er ist, mit seinen Fragen, Hoffnungen und Ängsten, seinen Zweifeln und Wünschen.



Selbstbestimmung und Mündigkeit

Die Würde eines jeden Menschen begründet ein Leben in Selbstbestimmung, Autonomie und Mündigkeit. Seine Vernunft und sein eigener Wille befähigen ihn zu beurteilen und zu entscheiden. Damit verbunden ist auch die Übernahme gelebter Verantwortung. Diese Verantwortung beinhaltet das Recht und die Pflicht, das eigene Leben, so weit es geht, selbst zu gestalten. In diesem Zusammenhang ist unser Leitsatz „ so viel Hilfe wie nötig, so viel ‚Selbst’ wie möglich“ zu verstehen. Die Einrichtungen des Reichsbund freier Schwestern e.V. fördern und fordern diese Verantwortung. Sie bieten Hilfe an, wo sie gebraucht bzw. gewünscht wird, ohne in die Selbstbestimmung des Einzelnen einzugreifen.

Transzendenz und Grenzhaftigkeit

In unseren Einrichtungen ist die Sterblichkeit des Menschen und damit seine Grenzhaftigkeit ständig präsent in den Formen menschlicher Krankheit und menschlichen Leidens.

Das Alter ist ein Leben in der Nähe des Todes. Die für den Reichsbund freier Schwestern e.V. tätigen Menschen haben insbesondere aufgrund unserer überkonfessionellen Einstellung darauf zu achten, dass dem Bewohner entsprechend seiner Glaubenseinstellung die Möglichkeit gegeben wird, sich mit dieser Situation zurechtzufinden. Der positive Einfluss des Glaubens ist zu unterstützen. Die für den Reichsbund freier Schwestern e.V. tätigen Menschen haben eine positive Lebenseinstellung, die sie durch Freude an der Arbeit den Bewohnern weitervermitteln.

Eine an der religiösen Einstellung des Bewohners orientierten Sterbebegleitung wird als selbstverständlich angenommen.

Ganzheitlichkeit und Geschichtlichkeit

Um den uns anvertrauten Menschen besser zu verstehen, betrachten wir seine Lebens- und Glaubensgeschichte. Wir achten seine Traditionen, Sitten, Gebräuche, Gewohnheiten und Einstellungen.

Sozialität und Universalität

Der Mensch ist als Person nicht nur Individuum, sondern auch Sozialwesen. Er ist einerseits auf die Gemeinschaft mit anderen angewiesen, um körperlich, geistig und seelisch zu überleben. Andererseits strebt er danach, sich selbst mitzuteilen, sich einzubringen und in der Gemeinschaft zu entfalten. Der Grundsatz der Sozialität besagt, dass der Mensch ein sprechendes, hörendes, fühlendes, sinnbegabtes Wesen ist, dass Gemeinschaft bildet und durch Gemeinschaft gebildet wird. Für unsere Einrichtungen ist die Gemeinschaft ebenso bindender Grundsatz wie die Solidarität mit den Schwächsten in der Gemeinschaft. Wir teilen mit dem Schwächsten unser Wesen als Person und Mensch in der Gemeinschaft; ihr Wohlergehen ist unser Wohlergehen.

Wünsche und Bedürfnisse

Alte bzw. hilfsbedürftige Menschen wie auch unsere Mitarbeiter haben individuelle Wünsche und Bedürfnisse. Wir anerkennen und begrüßen in unserem Unternehmen diese Individualität und respektieren die authentischen Bedürfnisse der Menschen.

Bejahung und Wertschätzung

In der Erkenntnis, dass niemand perfekt ist und über Schwächen auch Stärken wachsen, prägen Bejahung und Wertschätzung in unserem Unternehmen das Verhältnis untereinander und miteinander.

Allerdings richtet sich unsere Wahrnehmungskraft zunächst auf die Stärken und Talente des einzelnen Menschen, des Teams, des Unternehmens, denn es hilft die Schwächen zu ertragen, zu bewältigen, zu stützen.

Entwicklung und Veränderung

Wir sehen den alten bzw. hilfsbedürftigen Menschen, die Mitarbeiter, Leitungskräfte und Trägervertreter in einem steten Entwicklungsprozess. Wachstum, Lebensbewältigungsprozesse und Umgang mit Veränderungen gehören zum Mensch sein. Krisen, Krankheit und Behinderung können dabei eine Chance sein, Entwicklungen in Gang zu setzen, zu wachsen und Veränderungen herbeizuführen.




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